Luzern, August 1934: Der Tod der Psychoanalyse und der Niedergang der Psychiatrie
pubblicato il 25 Februar 2014


Es geschah nahezu unbemerkt und heute erinnert sich keiner mehr daran: vor 80 Jahren wurde in Luzern das Schicksal einer wissenschaftlichen Entdeckung von epochalem Ausmass besiegelt, dessen Folgen bis heute zu spüren sind. Auf ihrem 13. Internationalen Kongress, der vom 27. bis 31. August 1934 gehalten wurde, verhängte die Freud’sche Psychoanalyse ihr eigenes Todesurteil. Was waren die Gründe?

Im Laufe jener Konferenz wurde Wilhelm Reich, ein namhaftes, aber umstrittenes und sicherlich unbequemes Mitglied des psychoanalytischen Umfelds, aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) ausgeschlossen. Dieser ungewöhnliche Vorfall ereignete sich zum ersten Mal und wurde in indirekter, teils abstruser Vorgehensweise vollzogen. Alle Anwesenden akzeptierten den Beschluss ohne Widerrede, zumal er von oben kam, nämlich von Freud höchstpersönlich sowie seiner Tochter Anna.

Doch wie dem auch sei – der Ausschluss Reichs stellte im Grunde nur den letzten Akt eines Schicksals dar, auf das die Psychoanalyse schon lange zusteuerte. Leggi il resto di questo articolo »